Tweety – eine neue Rettung mit schwerer Vergangenheit
Tweety. Sie ist eine alte Dame, die eindeutig viel durchgemacht hat. Als meine Tierarztschulden etwas kleiner wurden, habe ich keine Zeit verloren – ich habe sie am Samstag abgeholt und direkt in die Klinik gebracht.
Erste Eindrücke beim Tierarzt
Die erste Untersuchung bestätigte, was ich schon vermutet hatte: Tweety ist abgemagert, voller Flöhe und kann kaum richtig laufen. Ihre Hinterbeine funktionieren nicht so, wie sie sollten, und sie reagiert mit Schmerzen, wenn man ihre Knie berührt. Die erste Einschätzung des Tierarztes ergab verzögerte Reflexe, Arthrose und Gelenkergüsse, möglicherweise durch einen Bänderriss oder eine schwere Entzündung.
Die Röntgenbilder verrieten mehr über ihre Vergangenheit:
- Einen alten, unbehandelten Hüftbruch, der bereits mit Kallusbildung verheilt ist
- Muskelschwund an den Hinterbeinen, weil sie lange nicht benutzt wurden
- Schwere Arthrose im Knie- und Sprunggelenk
Leider ist eine Operation bei ihrem Zustand keine Option. Am besten helfen Schmerzmittel, Gelenkpräparate und eventuell Akupunktur, um ihre Beschwerden zu lindern.
Blutwerte – was geht in ihr vor?
Weil Tweety eine ältere Hündin mit unbekannter Krankengeschichte ist, habe ich einem kompletten Blutbild zugestimmt, um versteckte Probleme zu finden.
Blutbild:
- Anämie & wenige Blutplättchen – das kann durch Blutparasiten, Knochenmarkerkrankungen, Immunprobleme oder auch Gerinnungsstörungen verursacht werden.
- Weiße Blutkörperchen normal – kein Hinweis auf eine akute Infektion.
Organwerte:
- Nieren- & Leberfunktion normal – eine große Erleichterung!
- Hohes Gesamteiweiß & Globulin – vermutlich durch eine chronische Entzündung.
- Niedrige Amylase & Cholesterin – deutet auf Mangelernährung hin.
Da Anämie und wenige Blutplättchen auf Blutparasiten hindeuten können, war der nächste Schritt ein PCR-Test zur Bestätigung.
PCR-Test – die endgültige Diagnose
Das Ergebnis war positiv für Mycoplasma haemocanis (einen Blutparasiten). Das erklärt die Anämie und zeigt, dass sie schon länger mit einer chronischen Infektion lebt.
Behandlungsplan – Tweety eine zweite Chance geben
Nach Rücksprache mit dem Tierarzt habe ich dem vollständigen Behandlungsplan zugestimmt. Er umfasst:
- Entwurmung
- Bravecto (Zecken- & Flohschutz)
- Impfung
- Schmerzmittel & entzündungshemmende Medikamente
- Gelenkpräparate
Der orthopädische Tierarzt wird sich ihren Fall ebenfalls ansehen, um zu prüfen, ob sich für ihre Beweglichkeit noch etwas tun lässt.
Fürs Erste lasse ich sie ankommen, beobachte, wie sie auf die Behandlung anspricht, und schaue, wie sie sich eingewöhnt. Es wird ein langer Weg, aber wenigstens ist sie in Sicherheit, hat es warm und bekommt endlich die Versorgung, die sie verdient.
Ich melde mich bald mit Neuigkeiten!
Update: 04.02.2025
Tweetys Diagnose – was der Tierarzt gefunden hat
Nach einer vollständigen orthopädischen Untersuchung haben wir jetzt ein klares Bild davon, was mit Tweety los ist. Sie kann zwar noch laufen, bewegt sich aber sehr langsam und belastet ihr rechtes Hinterbein stärker. Die gute Nachricht: Ihre Nervenreflexe sind normal, es gibt also zumindest keine schweren Nervenschäden.
Bei einer genaueren Untersuchung unter Sedierung fand der Tierarzt allerdings einen Kreuzbandriss im linken Hinterbein. Das vordere Kreuzband (CCL) ist beim Hund im Grunde dasselbe wie das vordere Kreuzband beim Menschen – ein wichtiges Band im Knie, das das Gelenk stabilisiert. Reißt es, führt das zu Schmerzen, Instabilität und Problemen beim Laufen.
Außerdem bestätigten die Röntgenbilder, dass Tweety einen alten, unbehandelten Beckenbruch auf der linken Seite hat. Das ist vermutlich lange passiert, bevor ich sie gefunden habe, und weil es bereits verheilt ist, würde eine Operation jetzt nichts mehr bringen. Sie hat außerdem eine schwere Arthrose im Knie, die ihre Beweglichkeit zusätzlich einschränkt.
Wie geht es mit Tweety weiter?
Fürs Erste machen wir mit Gelenkpräparaten, Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten weiter, damit es ihr gut geht. Der Tierarzt möchte ihren Zustand zuerst stabilisieren, bevor eine Operation infrage kommt.
Sobald sie stärker ist, soll der Kreuzbandriss operiert werden. Das beschädigte Band wird ersetzt oder stabilisiert, damit sie sich besser bewegen kann und weniger Schmerzen hat.
Weil Tweety noch nicht kastriert ist, empfiehlt der Tierarzt, die Kastration gleich zusammen mit der Knie-OP zu machen. So muss sie seltener in Narkose, und die Genesung wird einfacher.
Ich habe auch einen Kostenvoranschlag bekommen – 5,9 Millionen IDR für Operation und Kastration, ohne die Medikamente danach.
Wie geht es Tweety jetzt?
Trotz allem hält Tweety tapfer durch. Sie frisst gut und ruht viel, genau das, was sie gerade braucht. Ziel ist, sie vor der Operation so stabil und entspannt wie möglich zu bekommen.
Sie ist noch nicht über den Berg, aber jetzt wissen wir wenigstens genau, was sie braucht. Bald mehr!
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